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Technische Panne im französischen Kraftwerk
Dienstag, 20. Juli. Wie EDF mitteilte, wurde an diesem Dienstag gegen 10 Uhr nach einem automatischen Stillstand des Reaktors die Produktion in der Einheit 3 des französischen Kernkraftwerks in Cattenom gestoppt. Die Techniker der Zentrale hätten die Installationen vorschriftsgemäß abgeschaltet. Der Vorfall soll keine Auswirkungen auf die Sicherheit oder die Umwelt gehabt haben. Ursache des Zwischenfalls war ein Fehler in der Stromzufuhr, die zu einem plötzlichen Verschluss eines Ventils am Sekundarkreislauf führte. Dieser transportiert den Wasserdampf zu den Turbinen hin und befindet sich außerhalb der nuklearen Zone. Laut EDF hätten die Sicherheitsvorkehrungen normal funktioniert, da sie beim Auftauchen einer Fehlfunktion die Installationen abschalten sollen. Das Öffnen der Schutzventile,die den restlichen Dampf evakuieren, hätte zehn Sekunden lang ein in der Nachbarschaft des Reaktors hörbares Geräusch gemacht. Vor dem Neustart der Anlage würden die Techniker alle nötigen Überprüfungen vornehmen, so EDF. Zurzeit laufen die Produktionseinheiten 1, 2 und 4 normal weiter. (Wlu)
Mehr Atommüll in der Asse als vermutet
Dienstag, 15. Juni. Im niedersächsischen Atommülllager Asse liegen nach Angaben der Grünen zehnmal mehr mittelradioaktive Abfälle als bislang angenommen. Rund 14 000 Fässer mit angeblich schwach aktivem Müll enthielten tatsächlich mittelradioaktive Abfälle aus dem Kernforschungszentrum Karlsruhe, heißt es in einem am Dienstag vorgelegten Zwischenbericht der Grünen im niedersächsischen Landtag zum Asse-Untersuchungsausschuss des Parlamentes. Demnach wurden diese 14 000 Fässer nach einer dicken Ummantelung mit Blei zu schwach aktiven Abfällen deklariert. Offiziell war bislang von etwa 1300 Gebinden mit mittelradioaktivem Müll in der Asse die Rede. «Die Unsicherheit über das tatsächliche radioaktive Inventar der Asse ist bis heute groß», erklärten die Grünen. Sowohl das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als auch eine Arbeitsgruppe des Bundesforschungsministeriums überprüfen das eingelagerte radioaktive Material derzeit aufgrund der vorliegenden Begleitpapiere. Bislang liegen aber noch keine Ergebnisse vor. (ddp)
Ölpest im Golf von Mexiko
Freitag, 23. April. Im Golf von Mexiko ist eine US-Ölbohrinsel nach einer Explosion ausgebrannt und gesunken. Jetzt droht in dem Gewässer vor der Küste von Louisiana eine Ölpest. Die "Deepwater Horizon" verschwand rund 190 Kilometer südlich von New Orleans im US-Bundesstaat Louisiana in den Fluten. Elf Arbeiter gelten als vermisst. Aus dem unterseeischen Bohrloch könnten nach Angaben der US-Küstenwache täglich bis zu 1,13 Millionen Liter Rohöl ausströmen, außerdem befanden sich auf der Plattform rund 2,5 Millionen Liter Diesel. Es gebe bereits erste Hinweise auf einen etwa 1,5 mal 8 Kilometer großen Ölteppich, sagte eine Sprecherin. Die Ölplattform, die dem britischen Ölgiganten BP gehört, hatte die Größe von zwei Fußballfeldern und lag rund 80 Kilometer vor der Küste Louisianas. Der Ölkonzern schickte eigenen Angaben zufolge Schiffe und Flugzeuge zum Unglücksort, um den Bohrinsel-Betreiber, das Schweizer Unternehmen Transocean, dabei zu unterstützen, die Ölverschmutzung unter Kontrolle zu bringen. Am Dienstag hatte es auf der mobilen Plattform aus bislang ungeklärten Gründen eine Explosion gegeben. 115 Arbeiter konnten nach Angaben der Betreiberfirma Transocean aus dem Flammenmeer gerettet werden, 17 von ihnen verletzt. (Tagesschau.de)
Ölpest in Italien bedroht Adria
Freitag, 26. Februar. Ein 15 Zentimeter dicker Teppich aus Öl und Benzin, absichtlich aus einer ehemaligen Raffinerie bei Mailand in den Fluss Lambro geleitet, bewegt sich offenbar unaufhaltsam von der Lombardei auf die Adria zu. Weitgehend erfolglos versuchten Zivilschutz und Feuerwehr, die rund 600.000 Liter Öl aufzuhalten oder aufzulösen. Die Ölpest könnte in fünf Tagen die Mündung am Po-Delta erreichen, das selbst ein bedeutendes Naturschutzgebiet ist. Gestern war der Ölteppich bereits 150 Kilometer weit in den Po vorgedrungen. Helfer fanden Dutzende ölverschmierte und verendete Wildvögel. Der Po, in den der Lambro mündet, ist das größte Wasserreservoir Norditaliens und für die Landwirtschaft wichtig. Unklar ist weiter, ob entlassene Arbeiter der Raffinerie einen Racheakt begangen haben oder ob das Motiv im Bereich der Immobilienspekulation liegt. Das Areal, auf dem sich die ehemalige Raffinerie befindet, ist teilweise für ein Wohnungsbauprojekt vorgesehen. (RP)
AKW Isar 1 nach Panne für zehn Tage abgeschaltet
Mittwoch, 3. Februar. Nach einer technischen Panne im Kernkraftwerk Isar 1 nördlich von München ist der Atommeiler vorläufig abgeschaltet worden. Wie der E.on-Konzern am Dienstag berichtete, muss das Atomkraftwerk bei Landshut für zehn Tage vom Netz genommen werden. Grund sei ein undichtes Brennelement. Außerdem sei in der vergangenen Woche ein Transformator ausgefallen. Nach der bisherigen Planung müsste Isar 1 im kommenden Jahr abgeschaltet werden. Das älteste bayerische Kernkraftwerk ist seit 1977 am Netz. "Eine so lange Zwangspause für das AKW Isar 1 ist außergewöhnlich", sagte der energiepolitische Sprecher der Grünen Ludwig Hartmann. Seinen Berechnungen zufolge kostet die Abschaltung den Betreiber bis zu zehn Millionen Euro. Er forderte Aufklärung über die technischen Pannen. (AFP)
Obama für Ausbau der Atomenergie
Samstag, 30. Januar. Der US-Präsident setzt die Weichen für einen verstärkten Einsatz von Atomkraft. Er beauftragte eine Kommission damit, Vorschläge für einen besseren Umgang mit Nuklearabfällen zu erarbeiten. Die staatlichen Kreditgarantien für die Atomindustrie sollen sich auf 54 Milliarden Dollar (38,6 Mrd. Euro) verdreifachen. "Eine größere Kapazität unseres Landes zur Herstellung sauberer Atomenergie ist entscheidend für unseren Kampf gegen den Klimawandel, für Energiesicherheit und für weiteren Wohlstand", so Obama in einem Memorandum. Der US-Präsident hatte sich deutlich für Nuklearenergie ausgesprochen und für die weitere Erschließung von Ölvorkommen. In den USA befinden sich mit Stand 12/2008 insgesamt 104 Kernkraftwerke in Betrieb; ihre Nennleistung von 106.221 MWe, brutto (Welt gesamt: 392.597); der KE-Anteil an der Gesamtleistung liegt bei 20 Prozent. (FR)
Salzgitter Schacht zu klein für Asse-Atommüll
Mittwoch, 20. Januar. Aus dem Atommülllager Asse sollten 100.000 Tonnen radioaktiver Abfall in das Endlager Schacht Konrad in Salzgitter gebracht werden. Dieses ist jedoch für die Menge des anfallenden Atommülls nicht groß genug. Nach einem Bericht des NDR zur nicht ausreichenden Kapazität von Schacht Konrad bestätigte heute Wolfram König, Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS), die Medienberichte. Schacht Konrad sei für 303.000 Kubikmeter Atommüll ausgelegt, davon seien bereits 275.000 Tonnen verplant. In der Schachtanlage Asse warten aber 100.000 Tonnen auf ihren Abtransport. Der radioaktive Müll aus dem Lager Asse soll nach seiner Bergung vorerst zwischengelagert werden, bis ein neues Genehmigungsverfahren grünes Licht für Schacht Konrad oder einen anderen Ort gebe. VW-Salzgitter und die Salzgitter AG haben ihren Widerstand angekündigt, wenn der Atommüll von Asse weiterhin im Schacht Konrad eingelagert werden soll. Beide Unternehmen kritisierten das Vorgehen der BfS und des Bundesumwelt-ministeriums. Die Transportfrage und das Un-fallrisiko wurde beim Genehmigungsverfahren bisher gänzlich ausgeklammert. (hkn / ddp)
Asse soll leergeräumt werden
Freitag, 15. Januar. Rund 126.000 Fässer Atommüll sollen aus dem maroden Schacht Asse bei Salzgitter wieder an die Oberfläche geholt werden. Die Bergung der mittel- und schwachradioaktiven Abfälle aus den einsturzgefährdeten Schächten des ehemaligen Salzbergwerk solle möglichst schnell beginnen. Der ehemalige Umweltminister und jetzige SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel verlangte, die milliarden-schweren Kosten der Rückholung der Atomindustrie in Rechnung zu stellen. Das BfS als Betreiber der Schachtanlage hatte als Schließungsoptionen für die Asse auch die Füllung des Bergwerks mit Beton und einer Magnesiumchloridlösung sowie die Umlagerung der Fässer auf tiefere Schichten geprüft. Bei diesen Varianten sei aber nicht garantiert, dass langfristig keine Radioaktivität freigesetzt werde, sagte der BfS-Chef. Der Müll könnte vermutlich in den Schacht Konrad in Salzgitter gebracht werden. Das ehemalige Eisenerzbergwerk ist als Endlager für schwach- mittelradioaktive Abfälle genehmigt und soll 2013 in Betrieb gehen. Für die gesamte Rückholung veranschlagt das BfS rund zehn Jahre und rechnet mit Kosten von rund zwei Milliarden Euro. Röttgens Vorgänger Gabriel kritisierte, die Asse habe ausschließlich den Interessen der Atomindustrie gedient. Diese habe durch eine skandalöse Atom-müllentsorgung Milliardengewinne gescheffelt. Deshalb müssten die Stromkonzern jetzt auch die Sanierungskosten für den Schacht zahlen. (AFP)
Päpstliche Umweltbotschaft
Dienstag, 15. Dezember. Papst Benedikt XVI. hat in einer Friedensbotschaft eindringlich zum Umweltschutz im Sinne des Weltfriedens aufgerufen. «Natur und Umwelt zu schützen, um eine Welt des Friedens aufzubauen, ist Pflicht eines jeden Menschen», hieß es in einem Schreiben zum Weltfriedenstag der katholischen Kirche am 1. Januar. Darin forderte der Papst auch eine größere Verantwortung vonseiten aller gegenüber «der Erde und den Gütern der Natur, die uns Gott geschenkt hat». Die Friedensbotschaft wurde in sieben Sprachen veröffentlicht. (dpa)
Zwischenfall im Atomkraftwerk Brokdorf
Mittwoch, 09. Dezember. Im Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) an der Elbe hat es eine Panne in einem Not- und Nachkühlsystem gegeben. Wegen einer fehlerhaften Abschaltung öffnete sich eine Armatur des nuklearen Not- und Nach-kühlsystems nicht, wie das für Atomaufsicht zuständige schleswig-holsteinische Justizministerium mitteilte. Durch die Störung stand ein mehrfach vorhandenes Teilsystem kurzzeitig nicht zur Ver-fügung. Es wurde in Abstimmung mit der Atom-aufsicht kurzfristig wieder instand gesetzt. Das Not- und Nachkühlsystem soll bei Störfällen die Kühlung der Brennelemente sicherstellen und beim Runter-fahren des Reaktors die Nachwärmeabfuhr ermöglichen. Nach Ministeriumsangaben wäre trotz der Panne während eines möglichen Störfalles eine ausreichende Nachwärmeabfuhr gewährleistet. (ddp)
Reaktorblock in Südfrankreich abgeschaltet
Mittwoch, 02. Dezember. Nach einer Störung im Kühlsystem muss einer der vier Reaktor-blöcke des Kernkraftwerks Cruas im Südosten Frankreichs abgeschaltet werden. Das Wasser der Rhône hatte zu viele Pflanzen mitgeführt, so dass die Kühlleitungen verstopften. Nach Angaben der Behörde für nukleare Sicherheit (ASN) hatte der Vorfall keine Folgen für die Umwelt. In einer weiteren ASN-Erklärung heißt es, das Kühlsystem funktioniere wieder. Der Vorfall wurde mit Stufe zwei der siebenstufigen INES-Skala bewertet. ASN zufolge war die Sicherheit der Anlage die ganze Zeit über gewährleistet. Der Behörde zufolge machte der Betreiber für den Vorfall eine große Menge pflanzlicher Abfälle im Fluss Rhône verantwortlich. In einer ersten Reaktion meldeten sich Atomkraftgegner besorgt über den Vorfall zu Wort. Der Zwischenfall zeige erneut, wie unsicher Atomkraftwerke seien. Ein bisschen zuviel Kraut im Fluss, und schon würden die Lichter ausgehen, heißt es in der französischen Presse. Rhône-Wasser wird in Cruas zur Kühlung benutzt. Das Anfang der 1980er Jahre gebaut Kernkraftwerk liegt nicht weit von Montélimar entfernt. (AFP)
Russland will Atommüll im All entsorgen
Montag, 16. November. Russland verfügt über Technologien, die verbrauchte Brennelemente und Atommüll im Weltraum entsorgen lassen. Das sagte der Chef des russischen Raumfahrt-unternehmens "Energia", Igor Khamits. "Technisch ginge das problemlos. Wir könnten den Atommüll auf große Umlaufbahnen für Hundert Jahre bringen. Das ist möglich, die Technologien haben wir. Das kostet aber gewisse Gelder", sagte Khamits der Agentur RIA Novosti. Dabei sollen laut Khamits solche Stoffe nicht auf geostationäre Umlaufbahnen gebracht werden. "Ich bin nicht einverstanden, dass diese Stoffe auf geostationäre Umlaufbahnen gebracht werden sollen, weil es dort viele alte Erdsatelliten gibt, und es wäre falsch, die Bahnen mit zusätzlichem Müll vollzustopfen", so Khamits. Laut Experten kann verbrauchter Kernbrennstoff ins All auf eine weite Umlaufbahn gebracht werden und dort so lange bleiben, bis er komplett ungefährlich ist. Eine andere Variante wäre, verbrauchte Brenn-elemente mit Mikroexplosionen zu vernichten. (RIA Novosti)
Peking baut neue Atomkraftwerke
Dienstag, 10. November. Die chinesische Staatsführung gibt für einen verstärkten Ausbau von Atomkraft nun auch grünes Licht für den Bau von Kernkraftwerken tief in Zentralchina. Die Design- und Bauphase für drei Inlands-Atomkraftwerke hat begonnen, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Bisher stehen chinesische Reaktoren an den Küsten und im hoch industrialisierten Osten. Dutzende weitere Inlandsstandorte warten auf ihre Genehmigung. Ein "Massenaufbau" von Reaktoren für die Atomstromgewinnung würde im Inland ab 2013 einsetzen, sagte Sun Qin, Geschäftsführer des chinesischen Atomkonzerns CNNC bei einer Energiekonferenz in Tianjin. China deckt bisher seinen Strombedarf zu 77,5 Prozent aus schmutziger Kohle, zu 16,5 Prozent aus Wasserkraft und zum Rest aus erneuerbaren Energien. In Tianjin hieß es, dass derzeit bereits zwölf weitere Atomkraftanlagen mit einer Kapazität von 34,76 Gigawatt im Bau sind. Atomexperte Stephen Kidd von der "World Nuclear Association" schreibt, dass fast die Hälfte der weltweit gebauten Kernkraftwerke heute in China konstruiert wird.(WO)
Früherer Asse-Chef verteidigt das Einlagern der Atommüll Fässer
Freitag, 06. November. Der frühere Leiter des Institus für Tieflagerung und Wissenschaftler Klaus Kühn hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Gefahren im Atommülllager Asse verharmlost zu haben. Zwar sei klar gewesen, dass es grundsätzlich in dem Salzbergwerk zum Zutritt von Lauge kommen könne, sagte Kühn am Donnerstag als Zeuge vor dem Asse-Untersuchungsausschuss des Landtags. "Die Meinung war: "Es ist vertretbar", verteidigte er das Einlagern von rund 126.000 Fässern mit Atommüll. Der spätere Laugenzutritt habe dann alle überrascht. Kühn betonte, man habe nach damaligem Stand von Wissenschaft und Technik gehandelt. Akten belegen allerdings, dass es schon in den frühen 60er Jahren Zweifel an der Eignung der Asse gab. Kühn war von 1973 bis 1995 in führender Position beim Asse-Betreiber GSF, zu dem das Institut gehörte.(BZ)
Arbeiter im französischen AKW verstrahlt
Mittwoch, 04. November. In einem nord-französischen Atomkraftwerk hat sich erneut ein Störfall ereignet. Ein Arbeiter im Atomkraftwerk Flamanville am Ärmelkanal wurde verstrahlt, wie die französische Atomaufsichtsbehörde ASN am Mittwoch mitteilte. Der Mann habe sich mehrere Sekunden lang in einem Bereich mit einer "stark radioaktiven Quelle" aufgehalten. Dabei habe er eine Strahlendosis von fünf Millisievert ab-bekommen, ein Viertel des zulässigen Jahres-grenzwertes. Zu dem Störfall sei es gekommen, weil "wesentliche Strahlungsschutzverfahren" missachtet worden seien. Die ASN wertete den Vorfall gemäß der achtstufigen atomaren Ereignis-skala INES an drittniedrigster Stelle als "Störfall" (Stufe 2 auf einer Skala von 0 bis 7). Es war das dritte Mal seit Jahresbeginn, dass in einer französischen Atomanlage ein Störfall bekannt wurde. Zuletzt hatte die Aufsichtsbehörde den Fund von nicht verzeichnetem Plutonium am südfranzösischen Standort Cadarache als Störfall eingestuft. Dies bedeutet gemäß der internationalen INES-Definition, dass das Personal unzulässig hoher Strahlung ausgesetzt war oder die Sicherheitsvorkehrungen in begrenztem Maße ausfielen. Die Umweltorganisation Greenpeace appellierte am Dienstag an die französische Regierung, den Bau des EPR-Reaktors im nordfranzösischen Flamanville einzustellen. Hinter-grund ist ein am Vortag veröffentlichtes Warn-schreiben der französischen, britischen und finnischen Atomsicherheitsbehörden, die Nach-besserungen bei der Sicherheit des EPR-Reaktors verlangen. (AFP, ksta)
Warnmeldung bei Castorbehältern
Samstag, 31. Oktober. Am späten Nachmittag hatte das automatische Überwachungssystem für die Castorbehälter in Gorleben eine Warnmeldung ausgelöst. Die Anzeige „Sperrdruck tief“ wies auf eine Störung am Behälter mit der Seriennummer 69 hin, der Ende 2005 von der französischen Wiederaufarbeitungs-anlage La Hague in das Zwischenlager gebracht worden war. Er enthält 28 Glaskokillen, Edelstahlzylinder, die in Glas eingeschmolzene hoch radioaktive Abfälle enthalten. Die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) ließ den Behälter im Wartungsraum des Zwischenlagers untersuchen. Die GNS ließ verlauten, die Störung wurde durch ein elektrischen Defekt am Verbindungskabel hervorgerufen. Radioaktivität sei nicht ausgetreten, eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden. Nach dem Austausch der vermeintlich defekten Kabelverbindung trat dieselbe Warn-meldung aber bereits am Sonntag erneut auf. Am Montag räumte GNS-Sprecher Jürgen Auer ein, dass nicht ein Defekt am Kabel, sondern an einem zwischen den beiden Deckeln des Castorbehälters befindlichen Druckschalter die Störung ausgelöst hat. Die Behebung und die Untersuchung der Ursachen werden noch einige Tage dauern. Bereits Anfang März hatte es eine ähnliche Störung gegeben. Im Gorlebener Zwischenlager stehen insgesamt 86 Castorbehälter mit Glaskokillen und fünf weitere mit hoch radioaktiven Brennelementen aus Atomkraftwerken. Atomkraftgegner werten den neuerlichen Zwischenfall als weiteren Beleg für die Störanfälligkeit von Atomanlagen. Die Bürger-initiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg warnte davor, den Defekt herunterzuspielen. Auch wenn es keine Freisetzung von weiterer Radio-aktivität gegeben habe, sei doch das Personal bei der Prüfung des Behälters zusätzlicher Strahlung ausgesetzt. (TSO)
Milliardengeschäft Atomkraft
Mittwoch, 28. Oktober. Schwarz-Gelb will eine Renaissance der Atomkraft. Unter bestimmten Bedingungen sollen Kernkraftwerke länger am Netz bleiben dürfen. Union und FDP sind zwar beide grundsätzlich für Atom. Aber es gibt verschiedene Flügel in den Parteien. Die Wirtschaftsleute denken mehr an Jobs und die Interessen der Industrie. Die Umweltexperten wollen strengere Auflagen durch-setzen. Auch muss ein ganz neues Energiekonzept geschrieben werden. Denn wenn die Atomkraft-werke länger laufen, kann erst mal weniger Strom aus anderen Quellen genutzt werden. Die Atommeiler sind echte Goldesel. Weil die Kosten, die die Firmen in den Bau gesteckt haben, längst von der Steuer abgeschrieben sind, machen die Betreiber dicke Gewinne. Experten schätzen grob, etwa 1 bis 2 Millionen Euro pro Tag je Kraftwerk. Das Freiburger Öko-Institut hat ausgerechnet, dass die Betreiber bei einer Laufzeit-Verlängerung pro Jahr mit 8 bis 10 Milliarden Euro mehr Gewinn rechnen. Einige Kraftwerke sollten aber sowieso noch bis 2020/22 laufen. Hier sind alle Gewinne längst eingepreist. Union und FDP wollen den Salzstock im niedersächsischen Gorleben weiter als Endlager prüfen. Rot-Grün hatte die Forschung auf Eis gelegt. Ob Gorleben sicher ist, darüber streiten Experten seit Jahren. Viele Menschen haben Angst, seit sie die Bilder aus dem Endlager Asse gesehen haben: Dort sind viele Fässer mit Atommüll im Wasser abgesoffen. Asse und das weitere Lager Morsleben sollen geschlossen werden. In Deutschland sind noch 17 am Netz. Einige Länder wie Schweden oder Italien haben den Ausstieg gekippt. In Finnland wird ein großer Reaktor gebaut, Siemens ist beteiligt. Weltweit sind derzeit 436 Meiler in Betrieb, im Schnitt sind sie 24 Jahre alt. (dpa)
Schwarz-Gelb will Gorleben als Atommüll-Endlager
Freitag, 16. Oktober. Die Umweltpolitiker von Union und FDP haben sich auf Teile der künftigen Energie- und Umweltpolitik verständigt. So soll das niedersächsische Salzbergwerk Gorleben sofort als mögliches Atommüll-Endlager erkundet und der von Rot-Grün verhängte Erkundungsstopp aufgehoben werden. Das geht aus den Vereinbarungen der Umwelt-Arbeitsgruppe von Union und FDP hervor, die der Deutschen Presse-Agentur dpa vorliegen. Darin heißt es: «Eine verantwortungsvolle Nutzung der Kernenergie bedingt auch die sichere Endlagerung radioaktiver Abfälle» aus Kernkraftwerken. Außerdem sollen die maroden Endlager Asse und Morsleben sollen zügig geschlossen werden. «Die Energieversorger sind an den Kosten zu beteiligen.» Die Ergebnisse sollen in die laufenden Beratungen der großen Koalitionsrunde mit den Parteivorsitzenden von CDU, CSU und FDP einfließen. (dpa)
Deckeneinsturz in Asse
Freitag, 8. Oktober. Am 8. Oktober ereignete sich im einsturzgefährdeten Atommüllager Asse erneut ein Zwischenfall. Die gesamte Decke ist eingestürzt, jedoch lag unter dieser glücklicherweise kein Atommüll. Das Strahlenschutzamt (BfS) Salzgitter spielt den Fall herunter. Hier heißt es, es bestehe keine akute Gefahr. Rund 1.200 Liter Wasser dringen täglich in die Schacht-anlage bei Wolfsbüttel ein. Dort lagern rund 126.000 Fässer mit schwach oder mittel radioaktivem Atommüll. Es gab in der Vergangenheit schon mehrere Meldungen von Gesteinsablösungen. Der aktuelle Einsturz fand zwischen zwei Hohlräumen statt, welche mit gemahlenen Salz gefüllt sind, so dass es nicht zu Erschütterungen kam. (Hamburger Abendblatt)
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Teile von Gletscher in Grönland abgebrochen
Samstag, 07. August. Ein Eisbrocken vier Mal so groß wie Manhattan habe sich am Donnerstag im Nordwesten Grönlands abgelöst, erklärte der aus Deutschland stammende Meereswissenschaftler Andreas Münchow von der University of Delaware. Seit 1962 sei nicht mehr ein so großer Eisbrocken in der Arktis abgebrochen. Auf Satellitenaufnahmen war laut Münchow zu sehen, dass der Petermann-Gletscher durch den Vorfall rund ein Viertel seiner 70 Kilometer langen Eisablagerungen verloren habe. Der Petermann-Gletscher ist einer der beiden größten Gletscher Grönlands. Die vom Petermann-Gletscher abgebrochene Eisinsel treibt laut Münchow nun auf die Nares-Straße zwischen Grönland und Kanada zu. Dort könne sie die Wasserstraße blockieren, auf Land zutreiben oder in kleinere Stücke zerbrechen. In diesem Fall könne das Eis an die kanadische Küste treiben und in den kommenden zwei Jahren den Atlantik erreichen. Die globale Erderwärmung lässt weltweit Gletscher abschmelzen. Damit werden wichtige Süßwasserspeicher zerstört. Außerdem steigen die Meeresspiegel weiter an. (AFP)
Finnen bauen neue Atomreaktoren
Donnerstag, 01. Juli. In Finnland dürfen zwei neue Atomreaktoren gebaut werden. Das Parlament in Helsinki genehmigte mit großer Mehrheit das Bauprojekt, das von der Mitte-Rechts-Regierung des mittlerweile zurückgetretenen Ministerpräsidenten Matti Vanhanen vorangetrieben worden war. Die Grünen, die auch an der Regierung beteiligt sind, stimmten geschlossen gegen die neuen Meiler, die von den finnischen Unternehmen TVO und Fennovoima gebaut werden sollen. Die neue Ministerpräsidentin Mari Kiviniemi begrüßte das Abstimmungsergebnis. "Dies ist eine der wichtigsten Entscheidungen meiner Regierung", sagte sie der Nachrichtenagentur AFP. Finnland könne damit seine Wettbewerbsfähigkeit verbessern und das Wachstum vorantreiben. In Finnland gibt es bereits vier Atomreaktoren, die in den 70er Jahren errichtet wurden. (AFP)
Mehrere Pannen im AKW Grafenrheinfeld
Mittwoch, 23. Juni. Eine Routineüberprüfung im Kernkraftwerk Grafenrheinfeld hat Pannen aufgedeckt. Wie der Betreiber E.ON Kernkraft mitteilte, schloss eine Absperramatur eines Nebenkühlwassersystems nicht. Auch ein Einspeiseschalter einer Gleichstromanlage war defekt. Techniker stellten am vergangenen Samstag bei einer Prüfung fest, dass eine Absperrarmatur in einem Nebenkühlwassersystem nicht schloss. Ursache dafür war laut E.ON Kernkraft eine "Schwergängigkeit". Den Technikern gelang es, die Armatur zu reparieren. Eine Überprüfung im Nebenkühlwassersystem zeigte, dass dieses voll funktionsfähig ist. Das Nebenkühlsystem ist aus Sicherheitsgründen mehrfach vorhanden. Am Sonntag öffnete bei einer weiteren Prüfung der Einspeiseschalter einer Gleichstromanlage nicht. Grund dafür war ein defektes Relais, das daraufhin mit der zugehörigen Sicherung ausgetauscht wurde. Beide Mängel hatten laut E.ON Kernkraft keine Auswirkungen auf den sicheren Betrieb der Anlage. Im KKW Grafenrheinfeld laufen seit Anfang März die Revisionsarbeiten. Der Reaktor produziert derzeit keinen Strom. Die Generalüberholung soll Ende Juni abgeschlossen sein.(studio franken)
AKW-Neubau in Italien
Montag, 07. Juni. Die Versorger Eon und GDF Suez wollen sich möglicherweise mit einem gemeinsamen Atomkraftwerk an Italiens Wiedereinstieg in die Kernkraft beteiligen. Eine entsprechende Absichtserklärung sei jetzt unterzeichnet worden, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung des deutschen und des französischen Konzerns vom Montag. Nun wollen beide Seiten alle Aspekte einer entsprechenden Investition prüfen. Dabei gehe es um Technik, Standorte und die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen der Branche. Italien hatte 2009 nach mehr als 20 Jahren die Rückkehr zur Kernkraft beschlossen. Nach dem Super-Gau im Atomkraftwerk Tschernobyl im Jahr 1986 in der heutigen Ukraine war das Land aus der Atomenergie ausgestiegen. Eon und GDF Suez wollen nun intensiv mit den örtlichen Versorgern und möglichen Großverbrauchern zu-sammenarbeiten. (HZO)
Nordsee trotzt der Kälte
Donnerstag, 11. Februar. Dem lang anhaltenden Winterwetter zum Trotz ist die Nordsee wärmer als in ähnlichen Kälteperioden der Vergangenheit. Die Durchschnittstemperatur habe im Januar bei 6,3 Grad und damit nur knapp unter dem langjährigen Mittel von 6,6 Grad gelegen, sagte der Leiter des Referates "Physik des Meeres" am Hamburger Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hartmut Heinrich. In den ähnlich langen und kalten Wintern der 70er und 80er Jahre sei die Wassertemperatur dagegen auf Werte zwischen 5,1 und 5,7 Grad gesunken. Dem lang anhaltenden Winterwetter zum Trotz ist die Nordsee wärmer als in ähnlichen Kälteperioden der Vergangenheit. Die Durchschnittstemperatur habe im Januar bei 6,3 Grad und damit nur knapp unter dem langjährigen Mittel von 6,6 Grad gelegen, sagte der Leiter des Referates "Physik des Meeres" am Hamburger Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie, Hartmut Heinrich. In den ähnlich langen und kalten Wintern der 70er und 80er Jahre sei die Wassertemperatur dagegen auf Werte zwischen 5,1 und 5,7 Grad gesunken. Heinrich erklärte das Phänomen mit der Erwärmung der Nordsee durch den Klimawandel. (dpa)
Erneuter Defekt im AKW Brunsbüttel
Montag, 01. Februar. Im derzeit abgeschalteten Atomkraftwerk Brunsbüttel gibt es erneut Probleme. Bei Inspektionsarbeiten wurden an den Halterungen von zwei Ventilen «rissartige Befunde» festgestellt, meldete die Betreiberin Vattenfall am Montag der zuständigen Aufsichtsbehörde, dem Justizministerium in Kiel. Die betroffenen Ventile regeln die Dampfmenge, die zur Turbine geleitet wird. Eine Untersuchung läuft, die Atomaufsichtsbehörde hat auch externe Sachverständige zu Rate gezogen. Es handele sich um ein meldepflichtiges Ereignis der Kategorie «N» (Normalmeldung), berichtete das Justizministerium weiter. (dpa/Ino)
Bundesregierung beschließt alle 17 AKW´s am Netz zu halten
Samstag, 22. Januar. Die Bundesregierung will offenbar vorerst alle 17 deutschen Atommeiler am Netz halten. Darauf habe sich die Regierung bei dem Treffen mit den Energieversorgungsunternehmen in der vergangenen Woche festgelegt, berichtet "Der Spiegel". Auch die alten Meiler Neckarwestheim 1 und Biblis A, die nach dem rot-grünen Atomkonsens bald abgeschaltet werden müssten, sollen demnach so lange weiterbetrieben werden, bis sich die schwarz-gelbe Regierung auf ein neues Energie-konzept verständigt habe. Dieses dürfte bis Oktober vorliegen. Über das Vorhaben der Regierung, die Atomlaufzeiten generell zu verlängern, soll dem Bericht zufolge erst nach der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen im Mai entschieden werden. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Thorsten Schäfer-Gümbel, erklärte zu dem Bericht, die schwarz-gelbe Bundesregierung mache sich "zum Handlager der Atomindustrie". Hessen sei wegen der beiden Reaktoren in Biblis von der geplanten Laufzeitverlängerung besonders betroffen. Die SPD fordere weiterhin, Biblis planmäßig vom Netz zu nehmen, weil notwendige Sicherheits-standards nicht erfüllt würden und die Gefahr eines Flugzeugunglücks oder gar eines Terrorangriffs bis heute nicht gebannt sei. (AFP)
Grüne fordern EnBW zur Zahlung der Asse Sanierung auf
Montag, 18. Januar. Die Energie Baden-Württemberg EnBW muss aus Sicht der Grünen für einen Großteil der Auslagerung des Atommülls aus dem maroden Salzstock Asse bezahlen. «Die EnBW muss sich ihrer Verantwortung stellen, denn mindestens 64 Prozent des radioaktiven Inventars in Asse stammen allein aus dem stillgelegten Kernkraftwerk Obrigheim», sagte Grünen-Land-tagsfraktionsvize Franz Untersteller der Deutschen Presse-Agentur dpa in Stuttgart. «Es kann nicht sein, dass die EnBW sich um eine längere Laufzeit des Altreaktors Neckarwestheim I bemüht, womit noch mehr Atommüll anfällt, aber so tut, als ginge sie der Skandal um jahrelange Billigentsorgung in Asse nichts an. (dpa/lsw)
Geologen zweifeln an Sicherheit von radioaktiven Endlager
Dienstag, 12. Januar. Innsbrucker Geologen zweifeln an der langfristigen Sicherheit eines geplanten amerikanischen Endlagers für radioaktiven Abfall im Yucca Mountain (US-Bundesstaat Nevada). Dies geht aus den Ergebnissen einer Untersuchung von Gesteinsproben aus einem Stollen in diesem Gebiet hervor. Die Experten teilten am Montag in einer Aussendung mit, dass das bisherige hydrologische Modell von Yucca Mountain zu kurz greife. Mit einer an der Universität Innsbruck entwickelten Methode haben Yuri Dublyansky und Christoph Spötl vom Institut für Geologie und Paläontologie Kalzitproben untersucht, in dem sie winzige Einschlüsse in diesen Kristallen auf ihre Isotopen-Zusammensetzung analysierten. Diese Flüssigkeitseinschlüsse enthalten Mikro-Proben des ursprünglichen Wassers, das vor Millionen von Jahren durch die Klüfte in Yucca Mountain migriert ist. Die Ergebnisse, die in der Fachzeitschrift Earth and Planetary Science Letters veröffentlicht wurden, ergaben, dass die damaligen Grundwässer aus größerer Tiefe aufgestiegen sind, wo sie auf über 100 Grad Celsius erhitzt worden waren. Das Aufdringen von heißem, mineralisiertem Wasser in der jüngeren geologischen Vergangenheit impliziert, dass solche Prozesse auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden können, was für die Langzeitsicherheit des geplanten Endlagers ein schwerwiegender Aspekt ist. Die US Nuclear Regulatory Commission evaluiert alle wissen-schaftlichen Unterlagen und muss bis 2011 ent-scheiden, ob das geplante Endlager den Sicher-heitsbestimmungen entspricht. (red/APA)
Atommüll in Magnesiumchlorid
Mittwoch, 06. Januar. Bürgerinitiativen und Um-weltgruppen befürchten, dass das marode Atommüll-Endlager Asse nun doch weitgehend geflutet werden könnte. Unter der möglichen Schließungsoption "Vollverfüllung" verberge sich nichts anderes als das alte, umstrittene Konzept der Flutung des absaufenden Salzbergwerks mit einer Magnesiumchlorid-Lösung, erklärte der Asse-II-Koordinationskreis am Montag in Hannover. "Diese nasse Verwahrung ist abenteuerlich und un-verantwortlich", sagte Frank Hoffmann von dem Bündnis. Die Lösung greife die Abfallbehälter an, zersetze sie und transportiere strahlende und giftige Stoffe unkontrolliert durch das Bergwerk. Schon nach 60 Jahren müsse man damit rechnen, dass Radionuklide durch das Deckgebirge nach oben austreten.Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) als Betreiber prüft derzeit drei Optionen, wie die Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel sicher und dauerhaft verschlossen werden kann. Bei der "Rückholung" würden die 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Atomabfällen aus der Tiefe geborgen und möglicherweise in den Schacht Konrad in Salzgitter gebracht. Eine zweite Option sieht die "Umlagerung" der Fässer in tiefere Schichten des Salzstocks vor. Bei der dritten Variante verbleiben die Abfallbehälter in ihren derzeitigen Lagerkammern. Das BfS spricht von "Verfüllung mit Spezialbeton", schränkt diese aber auf die "zugänglichen Bereiche" ein. Wo man mit Beton nicht hinkomme, etwa in die mit lockerem Salzgrus gefüllten Lagerkammern, helfe eben nur die Stabilisierung mit einer gesättigten Flüssigkeit, die das Salzgestein nicht angreife. (FR-O)
Hohlräume in der Asse mit Beton zugekippt
Dienstag, 08. Dezember. Schon im Sommer hatte der neue Asse-Betreiber, das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter mit seiner Asse GmbH, Anträge für das Ausgießen der Resthohlräume in Salzkammern der Südflanke mit Spezialbeton gestellt. Dieses Verfüllen soll die Standsicherheit des maroden Grubengebäudes erhöhen. Gestern konnte die Asse-GmbH nun vermelden: "Wir haben heute damit begonnen, die Resthohlräume in einigen Salzkammern mit Spezialbeton auszugießen." Die Arbeiten finden in der stark durchbauten so-genannten Südflanke der Schachtanlage statt. Wie das Bundesamt weiter mitteilte, soll dadurch die Verformung des Grubengebäudes reduziert und das Risiko eines verstärkten Wasserzutritts in die Asse verringert werden. Betoniert werden allerdings nur Kammern, in denen keine radioaktiven Abfälle eingelagert worden sind. Die Kammern mit Atommüll müssen zugänglich bleiben, bis eine Entscheidung über das Schließungsverfahren ge-troffen worden ist. Diese Entscheidung soll Ende des Jahres getroffen werden. Zur Diskussion stehen die Optionen Herausholen des Mülls, Umlagern des Mülls in tiefere Regionen des Bergwerks oder Verfüllen des Bergwerks mit Beton. (AFP)
Rauch in japanischen Kernkraftwerk gesichtet
Donnerstag, 19. November. Im größten Kernkraftwerk der Welt, Kashiwazaki-Kariwa in Japan, ist am Morgen Rauch aufgestiegen. Die Betreiberfirma Tokyo Electric Power Co. (TEPCO) sagte in einer Stellungnahme, dass ein Arbeiter den Rauch entdeckt habe. Er sei von einer Kranbremse im Turbinenraum verursacht worden. "Wir haben umgehend die Feuerwehr benachrichtigt und den Rauch mit Feuerlöschern bekämpft", ließ TEPCO weiter verlauten. "Es gab keine Verletzten, es trat auch keine Radioaktivität aus." Die Firma kündigte eine umfassende Untersuchung des Zwischenfalls an. Das Kernkraftwerk Kashiwazaki-Kariwa liegt etwa 200 Kilometer nördlich von Tokio. Mit insgesamt sieben Reaktorblöcken ist es das leistungsstärkste Kernkraftwerk der Welt. Für Schlagzeilen sorgte das Kraftwerk im Juli 2007, als ein Erdbeben der Stärke 6,8 Kashiwazaki City erschüttert hatte. Das Epizentrum lag nur 16 Kilometer vom Kernkraftwerk entfernt. Das Erdbeben verur-sachte einen Brand in einem der Transfor-matoren, und aus einem der Reaktoren traten damals geringere Mengen an radioaktiven Wasser aus. In der Zeit nach dem Zwischenfall hatten Anwohner immer wieder Bedenken über die Sicherheit des Kernkraftwerks geäußert. Einige Geologen erwarten stärkere Beben in der Zukunft. Japan bezieht ein Drittel seines Stroms durch Kernkraft. Das Land plant einen Ausbau auf 40 Prozent. (SO)
Solar Aktien fallen
Donnerstag, 12. November. Ein halbes Dutzend Solarfirmen hat am Donnerstag Quartalszahlen vorgelegt. Nur der Solarzulieferer SMA Solar überraschte die Börsianer mit einer neuerlichen Anhebung der Jahresziele. Insgesamt überwogen heute aber die schlechten Nachrichten aus der Solarbranche. Besonders der Solarzellenhersteller Q-Cells enttäuschte die Anleger. Auch neuerliche Abschreibungen auf Beteiligungen belasteten die Bilanz. Der Wert der Beteiligung an Sovello, das mit alternativen Produktionsverfahren Wafer, Zellen und Module herstellt, musste um 76 Millionen Euro nach unten korrigiert werden. Im Vergleich zum zweiten Quartal verschlimmerte sich sogar noch die Lage. Im operativen Geschäft war der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) fast drei Mal so hoch wie im Vorquartal. Ähnlich heftige Kurseinbußen ver-zeichnet die Aktie von Conergy, einem Hamburger Solarunternehmen. Sie fällt um fünf Prozent. Unter den Verlierern befindet sich auch die Aktie des Solar-Schwergewichts Solarworld. Grund für den drastischen Einsturz ist vermutlich die Einstellung der staatlichen Subventionierung beim Kauf von Solarzellen durch die neue Bundesregierung. (HB)
RWE und EON planen neue AKW´s in Großbritannien
Donnerstag, 05. November. EON und RWE wollen in Großbritannien gemeinsam mehr als umgerechnet 16,7 Milliarden Euro für den Bau neuer Kernkraftwerke investieren. Das dazu ins Leben gerufene Gemeinschaftsunternehmen Horizon Nuc-lear Power werde am 16. November seine operative Arbeit aufnehmen, teilte RWE am Donnerstag in Essen mit. EON UK und RWE npower halten an dem Joint Venture je 50 Prozent der Anteile. Das erste gemeinsame Kernkraftwerk soll laut RWE bis 2020 in Betrieb gehen. Bis 2025 wollen RWE und Eon in Großbritannien neue Kernkraftkapazitäten im Umfang von rund 6 000 Megawatt errichten. Die Auswahl des Reaktor-lieferanten soll RWE zufolge möglichst früh im kommenden Jahr erfolgen. EON and RWE halten weltweit zurzeit Anteile an 23 Kernkraftwerks-blöcken. In Deutschland kooperieren die Unternehmen an zwei Kernkraftwerksstandorten. (ag)
Warnmeldung bei Castorbehältern
Samstag, 31. Oktober. Am späten Nachmittag hatte das automatische Überwachungssystem für die Castorbehälter in Gorleben eine Warnmeldung ausgelöst. Die Anzeige „Sperrdruck tief“ wies auf eine Störung am Behälter mit der Seriennummer 69 hin, der Ende 2005 von der französischen Wiederaufarbeitungs-anlage La Hague in das Zwischenlager gebracht worden war. Er enthält 28 Glaskokillen, Edelstahlzylinder, die in Glas eingeschmolzene hoch radioaktive Abfälle enthalten. Die Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) ließ den Behälter im Wartungsraum des Zwischenlagers untersuchen. Die GNS ließ verlauten, die Störung wurde durch ein elektrischen Defekt am Verbindungskabel hervorgerufen. Radioaktivität sei nicht ausgetreten, eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden. Nach dem Austausch der vermeintlich defekten Kabelverbindung trat dieselbe Warn-meldung aber bereits am Sonntag erneut auf. Am Montag räumte GNS-Sprecher Jürgen Auer ein, dass nicht ein Defekt am Kabel, sondern an einem zwischen den beiden Deckeln des Castorbehälters befindlichen Druckschalter die Störung ausgelöst hat. Die Behebung und die Untersuchung der Ursachen werden noch einige Tage dauern. Bereits Anfang März hatte es eine ähnliche Störung gegeben. Im Gorlebener Zwischenlager stehen insgesamt 86 Castorbehälter mit Glaskokillen und fünf weitere mit hoch radioaktiven Brennelementen aus Atomkraftwerken. Atomkraftgegner werten den neuerlichen Zwischenfall als weiteren Beleg für die Störanfälligkeit von Atomanlagen. Die Bürger-initiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg warnte davor, den Defekt herunterzuspielen. Auch wenn es keine Freisetzung von weiterer Radio-aktivität gegeben habe, sei doch das Personal bei der Prüfung des Behälters zusätzlicher Strahlung ausgesetzt. (TSO)
Drei neue Atomkraftwerke sollen 2025 in der Schweiz ans Netz
Freitag, 30. Oktober. Die Planung neuer Kernkraftwerke in Mühleberg, Beznau und Gösgen kommt voran. Die Elektrizitätsunternehmen Alpiq, Axpo und BKW reichten beim Schweizer Bundesamt für Energie die überarbeiteten Rahmen-bewilligungsgesuche ein. Der Bundesrat werde voraussichtlich 2012 über die Rahmen-bewilligungsgesuche entscheiden, teilte das Bundes-amt für Energie (BFE) mit. Der Zeitbedarf für den darauf folgenden Parlamentsbeschluss sei schwierig abzuschätzen. Eine allfällige Referendums-abstimmung könnte 2013 stattfinden. Gemäß BFE wäre es möglich, dass die Kernkraftwerke «um das Jahr 2025» ans Netz gehen.(sda)
Kernenergie als Brückentechnologie nichts als Volksverdummung
Dienstag, 20. Oktober. Die bei den Koalitionsverhandlungen in Berlin geplante Laufzeitverlängerung für Kernkraftwerke führt zu wesentlichen negativen Eingriffen in einen zukunftsfähigen und wettbewerbsorientierten Energiemarkt. Das erklärte der Vorstands-vorsitzende der HEAG SüdhessischenEnergie AG (HSE), Albert Filbert, am Dienstag in Darmstadt. Die HSE ist der Mutterkonzern von ENTEGA, einem der bundesweit führenden Ökostromanbieter. "Die Diskussion der künftigen Koalitionspartner um die Modalitäten einer Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke ist verfehlt", sagte Filbert. "Die Kernenergie ist als Brückentechnologie vollkommen ungeeignet". Auch eine Differenzierung in sicherere und weniger sichere Kernkraftwerke ist zu einfach. Nicht nur der laufende Betrieb, sondern auch die Endlagerung ist in die Betrachtung einzubeziehen. "Wer von sicheren Kernkraftwerken spricht, der muss auch belastbar sagen können, wo er den Atommüll sicher endlagert”, sagte Filbert. Der Ausstieg vom Ausstieg birgt laut HSE-Vorstand Holger Mayer weitere Risiken für einen zukunftsfähigen Energiemarkt. "Eine Verlängerung der Laufzeiten hätte fatale Folgen für den Wettbewerb", sagte der für ENTEGA zuständige Vorstand des Mutterkonzerns HSE. Eine ähnliche Warnung hatte wenige Tage zuvor bereits Bernhard Heitzer, Präsident des Bundeskartellamtes, gegenüber dem Handelsblatt aus-gesprochen. Durch eine Laufzeitverlängerung bei den abge-schriebenen Kernkraftwerken könnten die Betreiber zusätzliche Gewinne realisieren, die mit bis zu 84 Milliarden Euro beziffert werden.
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Tests für geplante Räumung der Asse
Freitag, 06. August. Die Arbeiten für die geplante Räumung des maroden Atommülllagers Asse nehmen konkretere Formen an. Bevor die rund 126 000 Atommüll-Fässer in einem weltweit einmaligen Vorgehen geborgen werden können, wollen Experten Lagerkammern anbohren und Behälter mit dem radioaktiven Abfall untersuchen. Zunächst sind dafür aber Tests notwendig: Die technischen Geräte werden bei Bohrungen in einem ungefährlicheren Bereich erprobt, in dem keine Abfälle eingelagert sind. Voraussichtlich Ende August werde diese sogenannte Kalterprobung beginnen, kündigte das Bundesamt für Strahlenschutz am Freitag an. (Bild)
Kühlwasser-Problem bei Kraftwerken
Dienstag, 13. Juli. Die Hitzewelle wird allmählich zum Problem für Kohle- und Kernkraftwerke. Das ergab eine Umfrage bei Behörden und Betreibergesellschaften. Reaktoren müssen mit gedrosselter Leistung arbeiten, wenn ihr Kühlwasser die Flüsse zu sehr aufheizen würde. Das Atomkraftwerk Brokdorf (Schleswig-Holstein) musste seine Leistung bereits am Montag drei Stunden lang um 50 Megawatt drosseln. Der Grund: Die Elbe hatte in dieser Zeit rund 24 Grad. Auch das Atomkraftwerk Unterweser (Niedersachsen) läuft wegen der Hitze zurzeit mit deutlich weniger Leistung. Das Kraftwerk in Stadland ist seit heute von 1345 auf 550 Megawatt gedrosselt. (Bild)
Osteuropäer setzten auf Kernkraftwerke
Donnerstag, 01. Juni. Während die Bundesregierung weiter über die Verlängerung der Laufzeiten von Atommeilern streitet, bauen andere EU-Staaten die Kernkraft aus - allen voran in Osteuropa. Am Donnerstag entscheidet zunächst das finnische Parlament trotz der Pannenserie bei der Errichtung des Kraftwerks in Olkiluoto über die Baugenehmigung für zwei neue Nuklearanlagen, darunter ein Kernkraftwerk mit Beteiligung des deutschen Stromriesen Eon Zuvor hatte schon Schweden nach drei Jahrzehnte langem Atomstopp grünes Licht für den Wiedereinstieg gegeben. Die neue Regierung in England ist für den Ausbau. Acht der zehn neuen EU-Mitglieder im Osten wollen AKWs bauen oder ausbauen. So soll das erste polnische Atomkraftwerk bis 2020 gebaut werden. Bis Jahresende wird über den Standort für das zehn Mrd. Euro teure Projekt entschieden, das der größte Stromkonzern des Landes, PGE, betreiben will. Tschechien und die Slowakei wollen bestehende Kraftwerke erweitern, was vor allem wegen der häufigen Störfälle der Atomanlage in Temelin dem benachbarten Österreich Kopfschmerzen bereitet. Rumänien plant zwei Blöcke für das Cernovoda-Werk am Schwarzen Meer. (HB)
Schweden will mehr Kraftwerke
Donnerstag, 17. Juni. Mit dem Beschluss, aus der Atomkraft auszusteigen, waren die Skandinavier zu Beginn der 80er Jahre Vorreiter. Doch der Stromdurst von Industrie und Haushalten machte dieses Ziel schon bald unrealistisch. Jetzt geht Schweden auch bei der Renaissance der Kernkraft vorneweg: Am heutigen Donnerstag wird das Parlament das seit 30 Jahren geltende Verbot, neue Reaktoren zu bauen, aufheben. Der Kompromiss, der die Mehrheit sicherte, bedeutet, dass der Ausstieg aus dem Ausstieg rasch rückgängig gemacht werden kann. Laut Parlamentsbeschluss sollte das Atomprogramm 2010 auslaufen. Wechselnde Regierungen investierten jedoch nicht genug in Energiealternativen. Der Energieplan der Regierung, der dem Parlament heute vorliegt, enthält ambitionierte Ziele für den Ausbau nachhaltiger Energieformen, öffnet aber auch den Weg zu mehr Atomstrom. Ob neue Kraftwerke wirklich gebaut werden, ist aber fraglich: Erstens dürfen nur ausgemusterte Meiler an den bisherigen Standorten durch neue ersetzt werden, zehn Reaktoren sind die Höchstgrenze. Zweitens muss die Industrie selbst alle Kosten tragen, Subventionen, auch indirekte, schließt die Regierung aus. Und drittens müssen die Betreiber einen unerfüllten Strombedarf nachweisen. Bis mindestens 2030 aber rechnet Schweden mit Überkapazitäten aus der jetzigen Produktion. Das Problem der Endlagerung von Atommüll glaubt Schweden gelöst zu haben. Nahe des AKW Forsmark sollen in 500 Metern Tiefe 12.000 Brennstäbe vergraben werden. Mutmaßlicher Baubeginn: 2015. Die Bewohner der Kommune Östhammar feierten den Zuschlag als Sieg. (FR)
Eisberg von der Größe Luxemburgs in Antarktis abgebrochen
Freitag, 26. Februar. In der Antarktis ist ein riesiger Eisberg von der Größe Luxemburgs von einem Gletscher abgebrochen und treibt nach Norden in Richtung Australien. Der mehr als 2500 Quadratkilometer große Brocken brach nach Angaben von Wissenschaftlern bereits Mitte Februar von der Gletscherzunge des Mertz-Gletschers ab, als diese von einem anderen Eisberg gerammt wurde. Das Ende des Mertz-Gletschers ragt südlich von Australien in der Antarktis ins Meer. Immer wieder lösen sich Eisblöcke von der Gletscherzunge ab und treiben von der Küste weg. "Die Eiszunge war schon fast abgebrochen", erklärt der französische Experte Benoit Legresy, der den Mertz-Gletscher seit zehn Jahren mit Forschern aus Australien vor Ort und auf Satellitenbilder beobachtet. Als dann der ältere Eisberg B9B in die Gletscherzunge krachte, habe sich der 400 Meter dicke, 78 Kilometer lange und etwa halb so breite Eis-Koloss schließlich gelöst, sagt Legresy. Wegen ihrer gigantischen Größe gehen die Forscher davon aus, dass die beiden Gletscher sogar die Meeresströmungen und damit das Weltklima beeinflussen könnten. (AFP)
Obama wirbt mit AKW-Kredit für Klimagesetz
Dienstag, 16. Februar. US-Präsident Barack Obama will mit einem Milliardenkredit für die Atomindustrie den Kongress für seine Klimaschutzpläne gewinnen. Obama kündigte am Dienstag an, 8,3 Milliarden Dollar für den Bau des ersten neuen US-Atomkraftwerks seit fast drei Jahrzehnten bereitzustellen. Die Vereinigten Staaten müssten die Atomkraft ausbauen, um ihren Energiebedarf zu decken und zugleich den Klimawandel zu bekämpfen, sagte der Präsident. Dazu sei eine neue Generation sicherer und sauberer Kraftwerke nötig. Regierungsvertretern zufolge soll mit den Krediten der Bau zweier Reaktoren für ein Atomkraftwerk in Georgia gefördert werden. Zugleich warb Obama für sein von der Opposition kritisiertes Vorhaben, den Treibhausgas-Ausstoß der Industrie zu begrenzen und den Ausbau erneuerbarer Energiequellen zu fördern. (Reu)
Russischer Atommüll in der Ostsee
Donnerstag, 04. Februar. Das russische Militär soll zwischen 1989 und 1992 chemische Kampfstoffe einschließlich radioaktiven Abfalls in die Ostsee vor Gotland verklappt haben. Der schwedische Sender SVT begründete entsprechende Vorwürfe in einem ausgestrahlten Sendung mit bisher geheimen Geheim-dienstinformationen aus Stockholm. In der Sendung „Uppdrag Granskning“ hieß es dazu, dass die hochgiftigen Stoffe aus einer Militärstützpunkt der früheren Sowjetunion in Lettland stammten, die ab 1990 geräumt wurde. Als„Kronzeuge“ berichtete darüber der frühere schwedische Geheimagent Donald Forsberg. (bild)
Atomkraftwerke könnten drei von vier Deutschen gefährden
Mittwoch, 20. Januar. Atomkraftwerke gefährden nach Darstellung der Deutschen Umweltstiftung drei von vier Bundesbürgern. Dies gehe aus ihrem neuen "AKW-Gefährdungsatlas" hervor, teilte die Or-ganisation gestern im pfälzischen Germersheim mit. Unter Berücksichtigung eines Umkreises von jeweils 150 Kilometern um die 17 Strom produzierenden Atommeiler seien "gefährdete Bevölkerungszahlen" zwischen 5,4 Millionen (Gundremmingen in Bayern) und bis zu 11,8 Millionen (Neckarwestheim in Baden-Württemberg) ermittelt worden. Besonders in Gefahr seien die Bürger im Raum Bremen, da sie im unmittelbaren Einzugsbereich von bis zu sechs Atomkraftwerken lebten. Der von einer Arbeits-gruppe der Stiftung anhand von Zahlen des Statistischen Bundesamts von 2007 ermittelten Gefahrenanalyse nach lebten in einem Radius von rund 150 Kilometern um das Atomkraftwerk Krümmel bei Hamburg beispielsweise rund 12,534 Millionen Menschen. Im potenziell bedrohten Umkreis des niedersächsischen Werks Unterweser nahe Bremen waren es 11,586 Millionen. Union und FDP haben sich in ihrem Koalitionsvertrag zu einer Verlängerung der AKW-Laufzeiten bereit erklärt. Über die genauen Bedingungen soll in den nächsten Monaten verhandelt werden. Die von der Deutschen Umweltstiftung ermittelten Zahlen sind nach eigenen Angaben "Untergrenzen, da durch einen größten anzunehmenden Unfall (GAU) weit mehr Bürger-innen und Bürger in einem mehrfach erweiterten Umkreis durch die freigesetzten radioaktiven Strahlen betroffen sein könnten". Es sei menschenverachtend für möglicherweise Millionen betroffener Anwohner, "wenn in einem so dicht besiedelten Land wie Deutschland, aber auch in Europa, weiterhin Atomkraftwerke betrieben werden". (dpa/AFP)
Essener Bischof ruft Christen zum Umweltschutz auf
Freitag, 01. Januar. Der neue Essener Bischof Franz Josef Overbeck hat in seiner Neujahrspredigt Christen zum Schutz von Natur und Umwelt aufgefordert. Alles andere fördere Missbrauch und damit Unfrieden. Overbeck zitierte das von Papst Benedikt XVI. gegebene Motto zum Welt-friedenstag am 1. Januar: „Wenn Du den Frieden willst, bewahre die Schöpfung.“ Der hierbei hergestellte Zusammenhang zwischen Frieden und Schöpfung mache deutlich, dass es um eine „Symmetrie von Natur und Gesellschaft“ gehe. „Herr der Schöpfung zu sein, bedeutet für den Menschen nicht, radikale Herrschaft auszuüben, sondern zu dienen“, so der Bischof. Achtsam mit der Schöpfung umzugehen sei eine sittliche Verantwortung der Christen. Der Bischof forderte die Katholiken seines Bistums auch auf, als Christen „unerschrocken Zeugnis unseres Glaubens zu geben“ und zu einer „geistlich und gesellschaftlich qualifizierten Form des Glaubenslebens“ zu kommen. (gx/AFP)
Greenpeace blockiert Französischen Atomtransport
Montag, 07. Dezember. Die Umweltschutz-organisation Greenpeace hat in Frankreich stundenlang einen Atommülltransport blockiert. Ein Kernkraftgegner hatte sich in der Nacht zum Montag nahe der nordwestfranzösischen Hafenstadt Cherbourg an die Gleise der Transportstrecke gekettet. Sicherheitskräfte konnten seine Fesseln erst am Morgen lösen und ihn fortbringen. Der Zug mit dem Atommüll aus einem Areva-Werk in Pierrelatte kam mit erheblicher Verspätung in Cherbourg an. Dort sollte er auf ein Schiff verladen und nach Russland transportiert werden. «Die Unternehmen Areva und EDF lügen, wenn sie sagen, dass die Kernenergie erneuerbar ist», kritisierte Greenpeace am Montag. Nach offiziellen Angaben seien seit 2006 rund 33 000 Tonnen Uran aus Frankreich in Richtung Russland exportiert worden und lediglich 3090 Tonnen zurück gebracht worden. Greenpeace beschuldigte Areva, den neuen Transport bewusst im Schatten des Weltklimagipfels in Kopenhagen geplant zu haben, um größere Aufmerksamkeit zu verhindern. Areva-Chefin Anne Lauvergeon warf hingegen der Umweltschutzorganisation vor, für die falsche Sache zu kämpfen. «Die Kernenergie produziert kein CO2. Sie ist eine echte Möglichkeit, den Klimawandel zu verlangsamen», sagte sie dem französischen Radiosender France Info. (dpa)
Austritt von Radioaktivität in US-Kernkraftwerk
Montag, 23. November. Im US-Kernkraftwerk Three Mile Island ist nach Angaben der Behörden Radioaktivität ausgetreten. Der Zwischenfall ereignete sich demnach bei Wartungsarbeiten im Reaktorsicherheitsbehälter des Atommeilers im US-Bundesstaat Pennsylvania. Außerhalb des Gebäudes wurde dem Betreiber Exelon zufolge keine radioaktive Verschmutzung festgestellt. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe nicht bestanden, erklärte ein Sprecher der Atom-Aufsichtsbehörde am Sonntag. Einige Arbeiter seien einer geringen radioaktiven Strahlung ausgesetzt gewesen. Nach Angaben des Unternehmens habe die Belastung jedoch nur einen Bruchteil der Höchstgrenzwerte erreicht. Zu dem Zeitpunkt, als die Ver-schmutzung entdeckt worden sei, hätten in dem Gebäude rund 150 Menschen gearbeitet. In dem Kernkraftwerk nahe der Stadt Harrisburg hatte sich 1979 der schwerste Atomunfall in der Geschichte der USA ereignet. In einem Reaktor-block kam es damals zu einer partiellen Kernschmelze. (gxb/Reu)
Große Wassermengen auf dem Mond gefunden
Freitag, 13. November. Eine US-Mondsonde hat eines der großen Geheimnisse des Erdtrabanten gelüftet: Auf dem Mond gibt es Wasser. Dies teilte die Raumfahrtbehörde Nasa nach Auswertung von Messdaten der Sonde mit. Sie seien wahrscheinlich Milliarden Jahre alt und hätten sich in gefrorener Form in einer Region des Mondes erhalten, auf die niemals ein Sonnenstrahl fällt. Wasser ist für künftige Mond-Missionen wichtig – es könnte in seine chemischen Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerlegt und zu Atemluft oder Raketentreibstoff umgewandelt werden. Am 9. Oktober hatte die Nasa eine Autogroße Raketenstufe in einen Mondkrater mit 9000 km/h stürzen lassen. Die Sonde "LCROSS" hat den aufgewirbelten Staub analysiert und dabei die Wasserspuren entdeckt. (RP)
Asse Skandal kaum noch aufklärbar
Donnerstag, 05. November. Um den Parlament-arischen Untersuchungsausschuss zum Atommüll-lager Asse ist es still geworden. Zwar befragt das Gremium fast wöchentlich Zeugen. Doch kommen fast kaum noch neue Erkenntnisse ans Licht, die die Öffentlichkeit besonders zur Kenntnis nähme. Bisher liegen dem Ausschuss an die 2000 Akten vor, die in einem Nebengebäude des Landtags bereits mehrere Meter Regalwand füllen. Zudem steht die Lieferung weiterer Aktenberge noch aus, darunter vom Landesumweltministerium sowie mehreren Bundesministerien einschließlich des Bundeskanzleramts und weiteren acht Bundes-behörden und Forschungseinrichtungen. Unter die fünf großen Themenkomplexe - darunter fällt die Ermittlung des radioaktiven Inventars und die Frage, warum ausgerechnet die Asse als Lager für Atommüll ausgewählt wurde - sind nicht weniger als 52 Einzelfragen mit diversen Unterfragen gefasst. Gegenstand der Untersuchungen ist ein Zeitraum von gut 50 Jahren. Damit handelt es sich wohl um den umfangreichsten Untersuchungsauftrag, den ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss in Deutschland je hatte. Selbst vorsichtige Prognosen gehen daher davon aus, dass das Gremium seine Arbeit nicht vor dem Spätherbst 2010 abschließen wird. Bislang hat der Ausschuss, der sich im Juni konstituierte, in 21 Sitzungen immerhin schon 26 Zeugen und Sachverständige gehört. Schon jetzt sind 30 weitere Zeugen benannt. Einer ist Klaus Kühn, der am Donnerstag vor dem Untersuchungs-ausschuss aussagen soll. Kühn war Leiter des Bergwerks Asse und hat sich darüber hinaus als "Endlagerpapst" einen Namen gemacht. (WO)
RWE will länger Laufzeiten
Samstag, 31. Oktober. In der Diskussion über längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke hat RWE-Chef Jürgen Großmann einen Betrieb bis zu 80 Jahre ins Gespräch gebracht. "Baugleiche Reaktoren laufen in den Niederlanden, Frankreich oder Belgien 60 Jahre und mehr, in den USA sind jetzt sogar 80 Jahre im Gespräch", sagte der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns. Das sei zwar keine Vorfestlegung für Deutschland, aber die derzeitige Laufzeitbegrenzung von 32 Jahren bleibe unter den volkswirtschaftlichen Möglichkeiten. Der neue CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe bekräftigte die Bereitschaft der schwarz-gelben Bundesregierung zur Verlängerung der AKW-Laufzeiten. "Das ist keine Vorwegnahme der Ent-scheidung", betonte Gröhe. Über die genaue Ausgestaltung einer möglichen Verlängerung müsse noch mit den Kraftwerksbetreibern geredet werden. Die Energiekonzerne müssten die Gewinne aus einer Laufzeitverlängerung in erneuerbare Energien und gegebenenfalls in eine Senkung der Stromkosten investieren, sagte der CDU-Politiker. (HB)
AKW Beznau wegen Störung abgeschaltet
Montag, 26. Oktober. Im Atomkraftwerk Beznau ist es am frühen Morgen zu einer Schnellabschaltung des Reaktors von Block 2 gekommen. Gemäss dem Eid-genössischen Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) wurde keine Radioaktivität freigesetzt. Der Reaktor wurde nach Tests wieder angefahren. Grund für die Schnellabschaltung sei eine Störung bei der Regelung des Speisewassers gewesen, wie die Betreiberin Axpo Holding AG mitteilte. Nach Angaben des ENSI führte dies zu einem niedrigen Wasserstand in den Dampferzeugern und somit zur Schnellabschaltung. Das ENSI stuft den Vorfall vorläufig auf der untersten Stufe 0 der Ereignisskala der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA ein. Stufe 0 bedeute "keine Sicherheitssignifikanz". Nachdem die fehlerhaften Regelmodule ersetzt wurden, wurde der Reaktor um 8 Uhr wieder angefahren. (AFP)
Zwischenfall in südfranzösischen AKW: Kiloweise Plutonium aufgetaucht
Freitag, 16. Oktober. Beim Abbau einer Atomanlage in einem französischen Atomkraftwerk wurden mehrere Kilogramm Plutonium gefunden. Man erwartete um die 8 Kilogramm in dem Atomkraftwerk in Cadarache, es waren aber 39 Kilogramm. Die Atomsicherheits-behörde bekräftigte, dass es bei mehreren Kilogramm an einem Ort zu gefährlichen Kettenreaktionen kommen könne, die tödliche Strahlung freiließen. Das gefundene Plutonium reiche für fünf Atombomben. Jetzt muss sich der Betreiber, die CEA, vor der Behörde verantworten. Denn der Zwischenfall sei schon im Juli bekannt ge-worden, wurde aber erst im Oktober der Behörde gemeldet. (red)
Frankreich verfrachtet hunderte Tonnen Uran nach Russland
Dienstag, 13. Oktober. Laut eines Berichts der französischen Zeitung "Libération" und des Fernseh-senders Arte soll Frankreich bereits seit Mitte der 90er Jahre hunderte Tonnen Uran nach Sibirien verfrachtet haben. Der radioaktive Abfall wird dort offenbar auf öffentlichen Parkplätzen unter freien Himmel gelagert. Offiziellen Angaben zufolge wartet der Atommüll dort auf seine Wiederaufbereitung, was Experten bezweifeln. Einem Bericht der Zeitung „Libération“ und des Senders Arte zufolge werden seit Mitte der 90er Jahre jährlich 108 Tonnen angereichertes Uran aus französischen Atomkraftwerken in Containern nach Sibirien gebracht. Der Chef der Abteilung für nuklearen Brennstoff des Energiekonzerns EDF, zuständig für den Betrieb der französischen Atomkraftwerke, sagte der Nachrichten-agentur AP das Material sei kaum noch radioaktiv und wird nicht ungeschützt gelagert. Die Darstellung sei "völlig unzutreffend". Außerdem sei der Transport des kaum mehr angereicherten Urans sei internationaler Standard und werde auch von deutschen, niederländischen oder US-Unternehmen vorgenommen. Laut „Libération“ ist die Deponie Tomsk-7 bei der russischen Firma Tenex jedoch die Endstation des nuklearen Abfalls, der dort an der Luft „auf großen Parkplätzen“ gelagert werde. (AP)
CDU will weniger Förderung für Solarstrom
Dienstag, 13. Oktober. Der CDU Politiker Michael Fuchs gab am Dienstag im ARD Morgenmagazin bekannt, dass die staatliche Förderung für Solarstrom unter Umständen von der neuen Bundesregierung zugefahren wird. Solarzellen seien heute 30% billiger als noch vor zwei bis drei Jahren, nannte Fuchs als Grund für die Einstellung der Förderung. Wo in anderen Gebieten der erneuerbaren Energien noch Forschung nötig sei, müsse hingegen auch investiert werden. Diese Finanzierung sei durch die Aufhebung der Laufzeitbeschränkungen für Atomkraft-werke möglich, sagte das Mitglied der Koalitions-arbeitsgruppe zum Thema Energie. Fuchs zufolge könnten die Kernkraftwerke noch 5 oder auch 15 Jahre in Betrieb bleiben. (dpa
Japan: Radioaktives Wasser aus AKW ausgetreten
Samstag, 10. Oktober. Aus einem stillgelegten Atomkraftwerk in Japan ist radioaktiv verseuchtes Wasser in geringen Mengen ausgetreten. Wie die Behörden heute mitteilten, war ein Arbeiter an der Anlage Fugen in der Präfektur Fukui der Flüssigkeit ausgesetzt. Die Radioaktivität sei unterhalb des im Arbeitsschutz festgelegten Grenzwertes gelegen, sagte ein Sprecher der japanischen Atomenergiebehörde. Gefahren für Mensch und Umwelt bestünden nicht. Das Kraftwerk Fugen war 2003 vom Netz genommen worden. (Reu)
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