Somalia: Daten

Somalia: Flagge & Karte

Hauptstadt

Fläche

Bewässertes Land

Einwohner

Telefonanschlüsse

Republiktag

Mogadishu

637.657 km²

2.000 km²

8,03 Mill.

15.000

FSR 1.07.1960, Somaliland 26.06.1960

Wachstum/Bevölk.

 Geburtsrate /1000

 Sterberate/1000

Geburten pro Frau

Bezogen auf jeweils 1000 Einwohner

3,43 %

46,42

17,64

7,0

Religionen

Ethnische Gruppen

Sunniten

85% Somali, 15% Bantu, Araber, andere

 Elektrizität

Erdgas

Erdöl

1. Zahl = Produktion   2. Zahl = Verbrauch

245,1/227,9 Mill. kWh

n.n.a.

n.n.a.

Natürliche Resourcen

 Landwirtschaftsprodukte

Uran u. große, vielfach ungenutzte Mengen Eisenerz, Zinn, Gips, Bauxit, Kupfer, Salz, Biogas u. Ölreserven

Vieh, Schafe, Ziegen, Bananen, Korn, Kokusnüsse, Reis, Zuckerrohr, Mango, Sesamsaat, Bohnen, Fisch

 BIP (Agrar, Industrie, Dienstl.)

Reale Wachstumsrate

Industrie-Wachstumsrat e

Inflationsrate Verbraucherpreise

Währung

 

4,27 Bill. $

3,5%

n.n.a.

Über 100%, Unternehmen drucken Geld oft selbst

Somalische Schilling (SOS)

 

Arbeitskräfte

 Arbeitslosigkeit

Bevölkerung unterh. Armutsgrenze

 

3,7 Mill.

n.n.a.

n.n.a.

Exportvolumen

Export-Gebrauchsgüter

Export-Handelspartner

126 Mill. $

Viehbestand, Bananen, Felle, Fisch, Holzkohle, Schrott (Altmetall)

      VAE (45,65%), Jemen (24,3%), Oman (9,5%)

Importvolumen

Import-Gebrauchsgüter

Import-Handelspartner

343 Mill. $

Produktionsmaschinen, Petroleumprodukte, Nahrung, Herstellungsmaterial

Djibouti (29,8%), Kenia (13,6%), Brasilien (10,5%), Thailand (4,7%), England (4,4%), VAE (4,3%)

Copyright 2009 Antiislamisten. Alle Angaben ohne Gewähr

Somalia
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Somalia: Geschichte

ca. 2000 v. Chr.

Viehzucht und Wanderackerbau von verschiedenen negroiden Bantu-Stämmen, Ägypten bezieht Myrrhe u. Weihrauch aus einem Land namens "Punt"

ca. 100 v. Chr.

Vielfältige Handelskontakte entlang der 3.300 km langen Küste

8 .- 9. Jh.

Aus dem Norden einwandernde Volksstämme ( Galla, Danakil, kuschit-isch sprechende Somali) drängen Bantu-Stämme weiter nach Süden; südarabische Seefahrer übernehmen den Handel im Roten Meer u. Indischen Ozean, Verbreitung d. Islam i d. Region

13. Jh.

Gründung des Ifat-Reiches durch Somalis und yemenitische Einwanderer

Anf. 16. Jh.

Portugiesen besiedeln einzelne Gebiete entlang der somalischen Küste

Mitte 16. Jh.

Viele Somalis sind zum Islam konvertiert. Der christliche äthiopische Kaiser Atse Lebna Dengel erbittet v. d. Portugiesen Unterstützung gegen das osmanische Heer; die Portugiesen siegen u. stoppen den Vormarsch der Türken 1543; Sultane von Maskat-Sansibar vertreiben Portugiesen

ab 1860

Bau d. Suezkanals, das "Horn von Afrika" wird zur strategischen Bedeu-tung für d. europ. Kolonialmächte: Großbritannien, Frankreich u. Italien versuchen die Sultane unter ihre Kontrolle zu bringen

ab 1880

Koloniale Aufteilung des Siedlungs- und Weidegebiets d. Soamlis in fünf administrative Einheiten: Gebiet d. heutigen Djibuti fällt an die Franzosen (1896 Kolonie "Französisch-Somaliküste"); Briten erhalten d. nördlichen Küstenbereich d. heutigen Somalia ("Britisch-Somaliland"); Italiener übernehmen südlichen Bereich um die Region d. heutigen Hauptstadt Mogadishu; Ogadengebiet wird Äthiopien zugewiesen, der nordöstl. Grenzdistrikt Kenias der brit. Herrschaft.

1897

Vertrag zwischen Großbritannien und dem äthiopischen Kaiser Menelik II. über die Grenze zu Britisch-Somalia

ab 1899

Mullah Mohammed Ibn Hassan widersetzt sich den Kolonialmächten, wird aber 1920 endgültig besiegt

1905

Italien erklärt sein Protektoratsgebiet zur italienischen Kolonie

1936

Italien vereint Italienisch-Somaliland m. d. eroberten Gebieten d. heutigen Staaten Eritrea und Äthiopien zur Kolonie "Italienisch-Ostafrika"

1940

Im 2. Weltkrieg erobert Italien Britisch-Somalia, muss es jedoch nach einem Jahr wieder abgeben; Briten besetzen das übrige Italienisch-Ostafrika: Äthipien einschließlich Ogaden u. Eritrea; Italienisch-Somalia bleibt bis 1950 unter britischer Militärverwaltung

1947

Italien gibt offiziell alle Ansprüche auf Italienisch-Somalia auf; Gründung d. Somali Youth Legue (SYL), Führungsmitglieder Daar u. Shermake

1950

Italienisch-Somalia wird Mandatsgebiet d. Vereinten Nationen; Italien wird für eine Übergangszeit von 10 Jahren m. d. Verwaltung d. Gebiets beauftragt; danach sollen Britisch-Somalia als auch Italienisch-Somalia ihre volle Souveränität erhalten

1956

Italienisch Somalia erhält eine halbautonome Regierung

26.06.1960

Unabhängigkeit von Britisch-Somalia

1.07.1960

Unabhängigkeit von Italienisch-Somalia; Britisch- u. Italienisch-Somalia vereinen sich zur Republik Somalia. Hauptstadt: Mogadishu; Staatspräsident: Aden Abdullah Osman Daar (SYL), Außenpolitik stärker a.d. Sowjetunion angelehnt; Premierminister a.e. Koalition div. Parteien: Abdi Rashid Ali Shermarke (SYL), Außenpolitik stärker an Blockfreiheit angelehnt. SYL dominiert

1.-12.07.1960

Haji Mohamed Ibrahim Egal (SNL - Nordsomalia, Somali National League), ehem. Premier Britisch-Somalias, wird Interimspremier Gesamtsomalias u. gründet in Nordsomalia d. pol. stärkere Somalia National Movement (SNM)

25.05.1963

Gründung der "Organization for African Unitiy (OAU) der 30 unabhängigen afrikanischen Staaten (ohne Südafrika) i.d. äthipischen Hauptstadt Addis Abeba, Ziele: Entkolonialisierung Afrikas u. Beseitigung d. Herrschaft weißer Minderheiten

1964-67

Im Streit um die Außenpolitik setzt Daar den Premier Shermarke ab, neuer Premier wird Abdurazaq Haji Hussein, dieser veranlasst kriegerische Auseinandersetzungen mit Äthiopien um die somalische Ogaden-Hochebene u. Streitigkeiten mit Kenia um das somalische Grenzgebiet

1967

Ex-Ministerpräsident Shermarke stürzt Präsident Daar mit Hilfe eines v. d. prowestlichen Fraktion in den sonst von sowjetischen Militärberatern ausgebildeten Streitkräften erzwungenem Coup im Parlament und wird selbst Präsident; Ibrahim Egal wird Premierminister, Mohamed Siad Barré Verteidigungsminister

1.07.1967

Der pro-westlich orientierte Abdi Rashid Ali Shermarke wird neuer Präsident Somalias. Er bemüht sich um eine friedliche Lösung d. Grenzkonflikte u. erreicht Waffenstillstandsverträge mit Äthiopien und Kenia.

15.10.1969

Parlamentswahlen, landesweite Unruhen; General Barré lässt Staatspräsident Shermarke durch das Militär umbringen; Revolutionsrat (Supreme Revolutionary Council) setzt demokratische Verfassung außer Kraft, ausländisches Eigentum wird verstaatlicht, Parteien verboten, außenpolitisch enge Anlehnung an d. Sowjetunion u. arabische Staaten

1969 (Okt.)

Ausruf d. sozialistisch geprägten "Somalischen Demokratischen Republik", Somalische Revolutionäre Sozialistische Partei wird oberste politische Autorität

ab 1970

Der sozialistische Staat vertieft unter Barré seine Beziehungen zu terroristischen Vereinigungen, unterstützt bestimmte radikale Gruppen innerhalb u. außerhalb d. PLO

1974 (Mai)

Vertrag zwischen Somalia u.d. UdSSR über militärische u. wirtschaftliche Zusammenarbeit, Armee bald größte und beste ganz Afrikas, Somalia wird Mitglied d. "Arabischen Liga" (gegr. 1945), Barré wird Vorsitzender der OAU u. wirbt auch über die somalischen Grenzen hinaus Anhänger

seit 1975

Sowjetischer Einfluss in Äthiopien nimmt mehr und mehr zu

1976

Barré nimmt einen pro-westlichen Kurswechsel in seiner Außenpolitik vor und drängt den starken sowjetischen Einfluss auf Somalia mehr und mehr zurück, Angriff auf Äthiopien, Besetzung d. Ogaden-Gebietes, in dem mittlerweile 6 Mill. Muslime beheimatet sind (95% d. Bevölkerung)

1976 (Juni)

General Barré erklärt die von ihm gegründete SRSP zur Staatspartei u. ernennt sich selbst zum Staatspräsidenten u. Regierungschef Somalias

1976-78

Ogaden-Krieg, nach der Niederlage gegen Äthiopien 1978 regt sich heftiger Widerstand gegen das Barré-Regime, der über Nord-Somalia 1988 das gesamte Land erfasst

1977

Verlust von Ogaden aufgrund schlechterer Unterstützung vonseiten d. USA als d. UdSSR gegenüber d. kommunistischem System in Addis Abeba

18.10.1977

Barré erlaubt der deutschen Spezialeinheit "GSG 9" die in Mogadishu gelandete entführte Lufthansa-Maschine "Landshut" zu stürmen

1977 (Dez)

Somalia bricht mit der Sowjetunion, da dies ebeginnt, Äthiopien militärisch zu unterstützen. Die rund 6.000 russischen "Militärberater" werden des Landes verwiesen und der UdSSR werden jegliche Stützpunktrechte in Somalia entzogen. Kurz darauf rücken somalische Truppen, zusammengesetzt aus Regierungseinheiten und der "Western Somali Liberation Front", in die Ogaden-Hochebene vor, unterliegen jedoch nach ersten Erfolgen bereits Anfang 1978 den aus Äthiopien, Sowjets und Kubanern bestehenden Streitkräften. Hunderttausende, bisher im Ogaden lebende Somali flüchten daraufhin nach Somalia, wodurch sich die ohnehin schlechte Wirtschaftslage des Landes noch verschärft. Soziale Unruhen und ein Aufbegehren gegen das offensichtlich unfähige Militärregime in Mogadishu sind die Folge. Ü

1980 (Jan)

Barré wird für weitere sechs Jahre in seinem Amt bestätigt, außenpolitisch stärkere Anbindung an USA

1980 (Okt)

Barré setzt die Verfassung nach einem missglückten Putschversuch außer Kraft, löst die Volksversammlung auf u. verhängt den Ausnahmezustand

1981

USA erhalten Stützpunkte in Nord-Somalia

1982

Erneut schwere Grenzkämpfe zwischen Äthiopien und Somalia

1987

Barré-Regime ruft aufgrund der schlechten Wirtschaftslage des Landes, bedingt durch Missweirtschaft, Korruption, langanhaltender Dürreperioden und ständigen Grenzstreitigkeiten, den sozialen Notstand aus

1988

Hari Ibrahim Egal u. Abd ar-Rahman Ahmad Ali Tur entfachen einen Aufstand, den weder der neue Verteidigungsminister, Barrés Schwiegersohn Mohamed Siad Hersi noch Barrés Innenminister Abdulkassim Salad Hassan unterdrücken können

1988 (Apr.)

Friedensvertrag zwischen Äthiopien und Somalia: Errichtung einer entmilitarisierten Zone; Beginn eines heftigen bewaffneten Kampfes der islamisch-orientierten "Nationalen Bewegung Somalias" (SNM), der "Patriotischen Bewegung Somalias" (SPM) u. d. "Somalischen Kongress (SC) gegen das Barré-Regime in Mogadishu

1990 (Dez.)

Weitere heftige Kämpfe in Mogadishu zwischen Armee und dem Oppositionsbündnis aus SNM, SPM u. USC

26.01.1991

Stürmung Mogadishus u. des Hauptquartiers Siad Barrés unter Mitwirkung von Aidids Klan u. d. USG gegen das Militärregime führt in zum Sturz Barrés, dieser flüchtet u. d. Rebellenführer u. Vorsitzender des United Somali Congress (USG) Ali Mahdi Mohammed wird vom Ältestenrat zum neuen Präsidenten ernannt; die geplante Einsetzung einer handlungsfähigen Regierung der Nationalen Einheit scheitert

1991 (Mai)

Nord-Somalia (früher "Britisch-Somalia") erklärt einseitig seine Souveränität, Abd ar-Rahman Ahmad Ali Tur, Führer der Rebellenbewegung SNM, erklärt sich zum Präsidenten des international nicht anerkannten Staates

seit 1991 (Jun.)

Land rutscht in völliges Chaos ab

1991 (Herbst)

Spaltung des USC, Widerstand gegen Mahdi seitens des USC-Milizführers Hussein Farah Aidid (früher Leiter des Geheimdienstes unter Barré), Hauptstadt und Land bricht auseinander, Beginn d. Bürgerkrieges

1992

Sicherheitsrat d. UNO verhängt ein Waffenembargo u. fordert Einstellung d. Kämpfe zwischen den Bürgerkriegsparteien

1992 (Mitte)

"Resolution 751" der UNO: Mandat für die Operation UNOSOM in Somalia; 50 pakistanische Militärberater werden nach Somalia entsandt; die Kämpfe halten an, die humanitäre Situation verschlechtert sich zunehmend, eine Hungersnot (1991/92) fordert 300.000 Todesopfer

1992 (Dez.)

VN berät sich zur Entsendung einer multinationalen Streitmacht "Unified Task Force" UNITAF, Bundeswehr beteiligt sich mit 1.700 Mann

3.12.1992

"Resolution 794" der UNO schafft die Voraussetzung für eine großangelegte militärische Intervention in Somalia, nachdem alle Vermittlungsversuche zwischen den Bürgerkriegsparteien fehlgeschlagen und weit über 1 Million Somalier vom Hungertod bedroht sind

9.12.

Landung von 30.000 UNO-Soldaten unter US-amerikanischen Kommando in Mogadishu, Auftrag: Überwachung der Hilfsmittellieferungen und deren Verteilung an die hungerleidende Bevölkerung (etwa 350.000 sind bisher an Unterernährung gestorben), Entwaffnung der zahlreichen verfeindeten Milizen, Befriedigung d. Landes und Mithilfe zum Aufbau pol. u. wirtschaftl. Institutionen

26.12.

Waffenstillstandsabkommen zwischen Ali Mahdi Mohammed u. Mohammed Farrah Aidid

1992 (End.)

23 pakistanische UN-Soldaten werden von Aidids Klan getötet

1993

Egal löst Ali Tur ab und wird Präsident von Nord-Somalia, das sich von Somalia abspaltet; USA setzt25.000 $ Kopfgeld auf die Ergreifung Aidids aus

4.05.1993

Neutralität der US-"Blauhelmsoldaten" kann nicht länger gewahrt werden, Operation "Restore Hope" gescheitert, Auftrag wird an die VN zurückgegeben, UNITAF wird durch ein erheblich erweitertes Mandat verstärkt und in UNOSOM II umbenannt

5.06.

Aidids Rebellen ermorden 23 UN-Soldaten aus Pakistan; in einer Vergeltungsaktion werden 20 somalische Demonstranten erschossen

3.10.

Eine Gruppe von US-Rangern u. Soldaten d. Sondereinheit "Delta Force" versucht in der Operation "Irene" Aidids führenden politischen Berater und einen seiner Minister in Mogadishu zu verhaften, 18 Amerikaner und etwa 1.000 Somalis sterben

7.10.

Präsident Bill Clinton kündigt den Abzug des US-amerikanischen Truppenkontingents bis Ende März 1994 aufgrund d. fehlgeschlagenen "Irene"-Operation an

24.03.1994

Ali Mahdi Mohammed u. Mohammed Farah Aidid unterzeichnen in Nairobi eine Willenserklärung zum Waffenstillstand und d. Waffenabgabe an die UN-Friedenstruppe

1994 (Nov.)

Schwere Gefechte im international nicht anerkannten Somaliland (Nord-Somalia) zwischen verfeindeten Milizen der SNM; Abd ar-Rahman Ahmad Ali (inzwischen pro-Aidid) vertritt die Position einer Wiedervereinigung mit Somalia, der neue Präsident Muhammad Ibrahim Egal ist gegen die Förderation

4.11.1994

UN-Sicherheitsrat beschließt Beendigung von UNOSOM II, da ihre Hilfe als unerwünscht betrachtet und von den Somalis als "Besatzer" gesehen wurden

1995/

USA beginnen mit dem Rückzug aus Somalia

1995 (Feb.)

VN beginnen mit dem Abzug restlicher Truppen, Aidid lässt sich zum Gegenpräsidenten ausrufen, wird jedoch international nicht anerkannt; Osman Hassan Ali Atto, sein wichtigster Geldgeber u. Verbündeteer wechselt zu Mahdi über

1995 (Mär.)

VN ziehen die UNOSOM II endgültig aus Somalia ab; schwere Gefechte zwischen rivalisierenden Klan-Milizen in Mogadishu: Habar-Gedir-Klan von Aidid (Zentralsomalia, südl. Gebiet in Mogadishu) gegen Rawaheyn-Klan (südl. Somalia), Hawija-Klan von Ali Mahdi Mohammed u. d. Geschäftsmann Ali Atto, der über einige Stadtbezirke im Süden der Stadt herrscht

1996 (Apr.)

Delegation d. EU f. humanitäre Angelegenheiten in Somalia, heftige Kämpfe zwischen verfeindeten Klans

1.08.1996

Aidid erliegt einer Schussverletzung

2.08.1996

General William Garrison, der für die fehlgeschlagene Operation in Mogadishu verantwortlich war, tritt von seinem Amt zurück

4.08.1996

Hussein Mohammed Farrah, Aidids Sohn (geb. 1962) wird vom Habr Gidr-Klan zu seinem Nachfolger ernannt

15.10.1996

Der selbsternannte Staatspräsident von Somalia, Hussein Mohammed Aidid und seine beiden stärksten Widersacher, Ali Mahdi Mohammed und Osman Ali Atto, unterzeichnen in Nairobi ein Friedensabkommen, das jedoch schon nach wenigen Wochen wieder "vergessen" ist. In der unter den Klan-Chefs aufgeteilten Hauptstadt sowie in den südlichen Landesteilen Somalias flackern die Kämpfe bald wieder auf. Von einer Regierung der nationalen Einheit kann keine Rede sein.

1997

Bildung eines (instabilen) Staatsrats zwischen Ato, Mahdi und Yussuf; Aidids Nachfolger und Verbündete bilden eine Art Gegenregierung

22.12.1997

Unterzeichnung eines neuen Friedensabkommens zwischen den Klan-Chefs nach langwierigen Verhandlungen; der Waffenstillstand wird erneut schnell gebrochen

1998

Abdullahi Yusuf Ahmed erklärt das "Puntland" für unabhängig

15.04.1998

Entführung von zehn Mitarbeitern des Roten Kreuzes in Mogadishu von Anhängern des Milizenführers Achmed Adley, Lösegeldforderungen

31.12.1998

Bilanz nach drei Jahren nach Abzug der UN-Friedenstruppe: Keine Zentralregierung, keine öffentliche Ordnung, kein Schulsystem, kein Gesundheitssystem, keine Infrastruktur, Wassermangel an vielen Stellen, Unterernährung

1999

Farrah wird aus dem Land ins äthiopische Exil gedrängt, Präsident in Djibuti bemüht Friedensgespräche

2000

Hassan wird Interimspräsident des somalischen Reststaates (bis 2004)

2.05.2000

Friedensgespräche in Djibuti zwischen den Klan-Milizen i.d. sogenannten "Arta-Konferenz"

15.08.

Friedenskonferenz in Djibuti legt Bildung einer Übergangsregierung für drei Jahre fest, eine Verfassung soll ausgearbeitet werden, Klanchefs ernennen 225 Parlamentarier, die einen Präsidenten wählen sollen

27.08.

Abdulkassim Salad Hassan (Hawiye-Klan) wird vom somalischen Übergangspalament zum Staatspräsidenten gewählt u. kündigt an, Islam, Marktwirtschaft u. Demokratie zu verbinden

28.08.

Nord-Somalia u. das Puntland (Unabhängigkeitserklärung 1991/1998) weigern sich, die Übergangsregierung mit Präsident Hassan anzuerkennen

8.09.

Einsetzung eines Sicherheitskomitees zur Entwaffnung der verschiedenen Milizenverbände u. Anwerbung von 4.000 Kämpfern für eine Polizeitruppe

4.10.

Präsident Abdulkassim Salad Hassan ernennt Ali Khalif Gallayd zum Ministerpräsidenten einer aus Mitgliedern aller größeren Klans bestehenden Regierung

2001

Somali Restauration and Reconciliation Council (SRRC) bekämpft die Übergangsregierung, das Verhältnis der Übergangsregierung zu Nord-Somalia und Puntland bleibt ungeklärt

27.03.2001

In Mogadishu überfallen somalische Milizen eine Klinik der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF), verschleppen 11 internationale Mitarbeiter

13.05.

Schwere Kämpfe im Hafen von Kismayo zwischen regierungstreuen Anhängern und Aidids Milizen

11.07.

UN-Sicherheitsrat fordert Klan- und Milizenführer zur Waffenniederlegung und Dialogführung mit Präsident Abdulkassim Salad Hassan u. d. Übergangsregierung von Ali Khalif Gallayd auf, um den Friedens- und Aufbauprozess des Landes voranzubringen

8.08.

Rückeroberung des Hafens von Kismayo: Regierungstruppen können sich gegen die Regimegegner durchsetzen

30.09.

Die in Somalia aktive Islamistengruppe Al-Itihad-al Islamia (seit Anfang d. 1990er Jahre) wird in der Liste der 27 der Unterstützung terroristischer Vereinigungen verdächtiger Gruppen, Firmen und Personen von G. W. Bush erfasst

Nov./Dez.

Angst vor einer militärischen Intervention d. USA wächst

14.12.

Friedensgespräche zwischen Klan-, Milizienführern und d. Übergangsregierung scheitern

26.12.

Friedensgespräche mit d. SRRC unzureichend beendet

27.12.

Schwere Kämpfe in Mogadishu zwischen zwei rivalisierenden Milizen

2002-04

Tur kämpfte bis zu seinem Tod (2004) für die Wiedervereinigung mit Somalia

2002 (Jan.)

Kenia wird vom ostafrikansichen Staatenbund IGAD beauftragt, eine nationale Versöhnungskonferenz unter Beteiligung der Anrainerstaaten Äthiopien und Djibouti zu organisieren

3.05.2002

Tod Egals, Dahir Reyale Kahin wird zum Nachfolger ernannt

21.05.2002

US-Außenministerium veröffentlich Bericht "Paten des Terrors", in dem neben 33 nichtstaatlichen Terrororganisationen sieben Staaten als aktive Unterstützer des Terrorismus angeprangert werden: Ian, Irak, Kuba, Libyen, Nordkorea, Syrien u. Sudan, als "Herbergsländer" gelten außerdem Syrien, Sudan, Lybien, Jemen u. Somalia

2002 (Okt.)

Erneute Aussöhnungskonferenz

27.10.2002

Waffenstillstandsvertrag durch die Vermittlung Kenias (Aussöhnungskonferenz), weitere Verhandlungen gestalten sich schwierig

29.01.2004

Einigung auf Bildung eines neuen Parlaments in Nairobi aus 275 Abgeordneten/Vertretern aller Klans u. Milizen, sowie d. Übergangsregierung

14.10.2004

Abdullahi Yussuf Ahmad, ehem. Separatistenführer f. d. Unabhängigkeit d. Puntland, wird Interimspräsident einer von Äthiopien, Kenia u. d. UN unterstützen provisorischen Regierung, deren Einfluss auf einen kleinen Teil d. Südens von Somalia beschränkt ist.

Deutschland: Daten  

Zusammengefasst von den Antiislamisten

Geschichte

Fahne

Hauptstadt

Fläche

bewässertes Land

Einwohner

Telefonanschlüsse

Tag d. Wiedervereinigung

Berlin

352.022 km²

4.850 km²

82,4 Mill.

50,9 Mill.

3.10.1990

Wachstum/Bevölk.

 Geburtsrate /1000

 Sterberate/1000

Geburten pro Frau

Bezogen auf jeweils 1000 Einwohner

0,04 % (2003)

8,6

10,34

1,37

Religionen

Ethnische Gruppen

         34% Protestanten, 34% Katholiken, 3,7% Moslems, 28,3% andere

Deutsche (91,5%, deutscher Herkunft 83%), Türken (2,4%), andere: Serbo-Kroaten, Italiener, Russen, Griechen, Polen, Spanier (insges. 6,1%)

 Elektrizität

Erdgas

Erdöl

gm-map

544,8/506,8 Bill. kWh

22,16/94,34 Bill. m³

85,86/2,813 Bill. bbl/Tag, Reserve: 327,3 Mill. bbl

(1. Zahl = Produktion   2. Zahl = Verbrauch)

Natürliche Resourcen

Eisenerz, Kohle, Bauholz, Uran, Kupfer, Biogas, Salz, Nickel, Ackerland

 Landwirtschaftsprodukte

Kartoffeln, Weizen, Gerste, Zuckerrüben, Früchte, Kohl, Vieh, Schweine, Geflügel

 BIP (Agrar, Industrie, Dienstl.)

Reale Wachstumsrate

Industrie-Wachstumsrate

2,16 Trill. $

0,2%

-2,1%

Inflationsrate Verbraucherpreise

Währung

1,3%

EUR

Arbeitskräfte

 Arbeitslosigkeit

Bevölkerung unterh. Armutsgrenze

41,9 Mill.

9,8% (2002)

5%

Exportvolumen

Export-Gebrauchsgüter

Export-Handelspartner

608 Bill. $

Maschinen, Autos, Chemie, Metall u. Fabriken, Nahrung, Textilien

   Frankreich (10,7%), USA (10,3%), England (8,4%),  Italien (7,3%), Niederlande (6,1%), Österreich (5,1%), Belgien (4,8%), Spanien (4,6%), Schweiz (4,2%)  

Importvolumen

Import-Gebrauchsgüter

Import-Handelspartner

487,3 Bill. $

Maschinen, Fahrzeuge, Chemie, Nahrung, Textilien, Metall

Frankreich (9,5%), Niederlande (8,2%), USA (7,7%), England (6,5%), Italien (6,4%), Belgien (5,2%), Österreich (4%), China (4%)

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